- „Fotografie ist für mich wie Sprechen - eine Form sich auszudrücken - nur viel effizienter.“ -
Wenn ich zurück blicke, wie und vor allem warum ich die Fotografie für mich als ideale Ausdrucksform entdeckt habe, ergibt alles was ich bisher mit Enthusiasmus verfolgte eine konsequente Folge. Der Weg war zwar nicht immer geradlinig aber dennoch klar und machte mich zu dem Künstler, der ich heute bin. Dieser Weg ist am Besten mit den drei Komponenten Kreativität, Konsequenz und Konzentration auf das Wesentliche zu beschreiben. All diese Wegpunkte sind nicht isoliert zu betrachten, sondern ergänzen sich einzigartig zu meinem Verständnis von Fotografie.
Die Kunst
Von klein auf verspürte ich in mir einen starken Drang nach Kreativität, der sich in den ersten Jahren vor allem in Kohlezeichnungen und Malerei bemerkbar machte. Durch frühe Förderung in der Gruppe Kunst Kelheim, einer lebendigen Gemeinschaft von Berufs- und Laienkünstlern, kam ich mit den für mich spannendsten Komponenten der Gestaltung in Berührung: Komposition in Verbundenheit mit Textur.
- „Im Alter von zehn Jahren Stunden in der Natur zu verbringen, oder einen scheinbar banalen Blumentopf anzustarren, haben mich nachhaltig geprägt.“ -
Die intensive Beschäftigung mit verschiedenen Materialien und Techniken, und nicht zuletzt der Wunsch und die Ausdauer Motive total zu erfassen, eröffneten mir Möglichkeiten des Ausdrucks, die ich ohne die professionelle Anleitung in der Gruppe nicht für möglich gehalten hätte. Ich experimentierte mit Acryl, Kohle und Tusche, und erlernte das Skrippeln. Später habe ich dann vor allem Graffiti entworfen. Dabei inspirierte mich besonders die Komposition von Farben, Linien und Formen, welche auch heute noch eine wichtige Rolle in meinen Fotografien spielen.
Außerdem wurde ich früh angehalten meine Werke in der Gruppe zur Diskussion zu stellen, meine Beweggründe darzulegen und vor allem Kritik anzunehmen. Mit 11 Jahren hatte ich als jüngster Künstler der Gruppe an einer Ausstellung teilgenommen.
Der Tanz
Die Statik der Malerei war für mich jedoch bald ein zu enges Korsett, weshalb ich nach weiteren Möglichkeiten des Ausdruckes suchte und so das Tanzen für mich entdeckte. Neben dem Spaß an der Bewegung hat mich vor allem die Mischung des Strebens nach Präzision, das rücksichtsvolle Zusammenspiel der Partner und der Ehrgeiz zum Siegen beim Leistungssport gereizt. Durch das kreieren von Choreographien lernte ich eine neue Seite der darstellenden Kunst kennen. Dabei ging es mir nicht darum etwas genau zu planen, sondern durch Intuition und Talent die Bewegung als Ausdruck zur Musik zu nutzen. Die Interpretation einer Situation durch Bewegung und Musik eröffnete mir einen neuen Blick auf die Kunst und zeigte mir einen Weg, mich künstlerisch in anderer Form auszudrücken.
- „Das Verständnis von Körperhaltung und Bewegung hilft mir heute sehr bei der Arbeit mit Menschen. Es gelingt mir dadurch ein Produkt mit dem Individuum zu vereinen und eine Komposition zwischen Eleganz und Ausdruck zu erschaffen.“ -
- „Bis heute unterrichte ich Jugendliche und Erwachsene im Gesellschaftstanz, da es mir Freude bereitet mit Menschen aus verschiedensten Altersgruppen zu arbeiten. Das Tanzen als Leistungssport hat mich gelehrt mich zu präsentieren und die Kommunikation mit anderen Menschen zu verbessern.“ –
Das Handwerk
Auf der weiteren Suche nach meiner eigenen Art mich auszudrücken hatte ich eine Schreinerlehre begonnen. Dabei galt mein Interesse vor allem den lebendigen Materialien und Texturen. Viel wertvoller sollte sich jedoch die Beschäftigung mit der Konstruktion und Gestaltung von dreidimensionalen Werkstücken herausstellen. Produkte mit Funktionen und ästhetischen Ansprüchen zu planen und anzufertigen war eine gänzlich neue Erfahrung. Hierbei entwickelte sich das Interesse an den unterschiedlichen Fassetten des Handwerks. Das ist für mich bis heute ein Hauptgrund für meine Tätigkeit in der Industriefotografie.
- „Leider musste ich wegen einer Holzstauballergie meine Lehre zum Schreiner abbrechen und bin so scheinbar zufällig zur Fotografie als Beruf gekommen. Auch wenn ich damals sehr enttäuscht war sollte sich diese Entscheidung als mein größtes Glück herausstellen.“ -
Das Erlernen der Fotografie als Handwerk war für mich eine Offenbarung. Endlich verfügte ich über mein Werkzeug. Ein Werkzeug, welches mir ermöglichte meine Kreativität mit Hilfe meiner künstlerischen Erfahrungen umzusetzen. Der Blick für Motive, die Ausdauer, das Verständnis für Bewegung und Komposition, das Herausarbeiten von Texturen und Farben, die Haptik und Funktion eines Produktes in ein Bild zu brennen; all das darf ich nun tagtäglich anwenden.
Die Fotografie
Meine Fotografie ist durch die Kunst, das Handwerk und den Tanz geprägt. Das macht meine Bilder aus. Die Portraitfotografie hat für mich keinen kommerziellen Aspekt, sondern soll den Charakter und die Empfindungen des Menschen darstellen. Die Industrie- und Werbefotografie ist für mich die Möglichkeit Mensch und Produkt in einem Bild zu vereinen. Hier kommen meine Fähigkeiten am besten zum Ausdruck.
- „Meine Fotos entstehen einfach, sie sind Ausdruck meiner Empfindungen, meiner Ideen. Es sind die Intuition und die Inspiration, die mich leiten. Es ist das Motiv in meinem Kopf dem ich spielerisch die zur Verfügung stehenden Komponenten angleiche, bis eine Übereinstimmung entsteht.“ -
Meine feste Überzeugung ist, dass ich mit jeder Umsetzung einer Idee tausende neue Ideen entstehen lasse, die nach Umsetzung schreien.
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